29 Apr, 2009
Vernetzt euch!
Posted by: saarlodri In: Bloggertipps| Community-Leben| Twitter| Web 2.0| Über das Leben eines Bloggers| Über dieses Blog
Ein Beitrag namens “Vernetzen macht Spaß – und ist lehrreich” von Herrn Larbig hat mich nun dazu veranlasst auch über das Thema Netzwerke zu berichten.
Viele meiner Bekannten und Freunde fragen mich
Warum bloggst du? Warum twitterst du?
Wobei den meisten, nebenbei bemerkt, anfänglich noch gar nicht klar ist, was diese beiden, für sie so fern klingenden Begriffe Blog und Twitter bedeuten. Nach einer kurzen Begriffserklärungen kommen dann eben diese beiden Fragen auf mich zu.
Meine erste Antwort lautet immer: “Es macht einfach Spaß!“. Ich bin schon mehrere Jahre Fan von Blogs und so war es nur eine Frage der Zeit bis ich eben da bin, wo ich heute bin mit diesem Blog. Aber zurück zur Fragestellung:
Es macht mir einfach Spaß zu bloggen bzw. zu twittern. Hinzu kommt noch mein Wunsch ein soziales Netzwerk aufzubauen. Ein Netzwerk aus Gleichgesinnten, aus Freunden, aus Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen. Was bringt ein solches soziales Netzwerk? Auf diese Frage möchte ich später noch genauer eingehen. Aber blicken wir erst einmal ca. ein Jahr zurück. Was war da? Nun, ich gründete ca. zu dieser Zeit diesen Blog. Ich war zudem auch zu diesem Zeitpunkt viel im Netz unterwegs um bloß keinen neuen Web-Trend zu verschlafen. Aber ein richtiges soziales Netzwerk hatte ich damals im Web nicht.
Ich war Einzelgänger im Web 2.0, wie es auch wahrscheinlich die meisten Internetsurfer in Deutschland sind.
Dann entstand eben mein Blog und ich begann mit dem Bloggen. Zur gleichen Zeit fragte ich mich auch:
Gibt es noch andere Saarländer die bloggen? Welche tollen deutschsprachigen Blogs gibt es denn zu entdecken?
Wie ein Mann auf einer einsamen Insel wollte ich weitere Inseln erkunden und nach weiterem Leben in der Blogosphäre suchen :grins: .
:suche:
Nach einiger Zeit hatte ich einige tolle Blogs über Suchmaschinen und andere Seiten (wie z.B. Blogoscoop) ausfindig gemacht. Ich begriff also langsam, dass ich nicht allein war auf dem blogosphärischen Ozean, sondern viele weitere Inseln dort angesiedelt sind. Irgendwann kam dann die Zeit des Microblogging-Dienstes Twitter.
Zunächst verstand ich diese ganze Philosophie von Twitter nicht. Auch der Sinn eines solchen Dienstes war mir gänzlich unbegreiflich. Trotzdessen registrierte ich mich dort und versuchte zunächst irgendwie deutsche Blogger, deren Blogs ich las, in Twitter zu finden. Mit der Zeit hatte ich dann zu einigen Bloggern über Twitter Kontakt und lernte sie besser kennen. Ohne es wirklich selbst zu merken, baute ich mir über Twitter und meinen eigenen Blog ein persönliches soziales Netzwerk aus Bloggern, eigenen Bloglesern und Twitterusern auf.
Aber das war erst der Anfang…
Nachdem einige Monate vergangen waren, dachte ich:
Warum nicht mal per Twitter und Blogsuche nach Menschen mit den gleichen beruflichen Interessen wie Pädagogik, Schulwesen, Bildung und Erziehung suchen?
Gesagt, getan. Was ich bei der Suche erlebte, war der blanke Wahnsinn! Ich fand Professoren wie Christian Spannagel (PH Ludwigsburg), Lehrer wie Herr Rau und Herr Larbig, Lehramtsstudenten wie Konna, Melanie Gottschalk oder Thorsten Schönbohm.
Jetzt erst begriff ich wirklich was hier im Web 2.0 los ist und was es einem persönlich “bringt”.
Ich hatte Menschen mit den gleichen Interessensgebieten gefunden und konnte meine Erfahrungen usw. mit ihnen austauschen. Es entstand mit der Zeit ein großes Netzwerk um mich herum aus vielen interessanten Menschen.
Doch meiner ganzen Erfahrung bis dato wurde nochmals die Krone aufgesetzt! Ein wirklich extrem krasses Beispiel hat mir gezeigt, was über Web 2.0 möglich ist. Dies ist ein Ausschnitt aus einem Interview mit Christian Spannagel:
4. Frage: In der letzten Zeit gab es ja einen riesigen Hype um LDL und
Web 2.0 im Unterricht, woran du ja auch nicht ganz unschuldig
bist
. Könntest du diese unglaubliche Entwicklung der letzten
Monate für meine Leser/innen (kurz) zusammenfassen?
Kurz? Keine Chance.
Ok, ich versuchs. In meinem Seminar “Didaktik des Informatikunterrichts”
haben wir uns ganz zu Beginn mit LdL beschäftigt – das Ganze natürlich im Web 2.0.
Da wir das also öffentlich gemacht haben, sind ganz viele Menschen auf uns aufmerksam
geworden und haben mit uns gemeinsam diskutiert. Unter anderem war darunter auch Jean-Pol,
der uns sogar im Seminar einen Überraschungsbesuch abgestattet hat. Darauf hin waren meine
Studierenden so Feuer und Flamme für LdL, dass sie Jean-Pols Schulklasse einen Besuch abstatten wollten,
um deren Unterricht zu filmen und zu dokumentieren. Lutz Berger, ein bekannter Medienproduzent aus
Heidelberg, hat uns dabei begleitet. Nils van den Boom, ein Referendar aus Bonn, ist ebenfalls auf
unser Seminar aufmerksam geworden, was dazu geführt hat, dass wir gemeinsam mit ihm Möglichkeiten für
LdL im Informatikunterricht erarbeitet haben. Wir haben also durch die Öffnung des Seminars mit Hilfe
von Web-2.0-Anwendungen plötzlich interessante Projekte mit Menschen außerhalb des Seminars durchgeführt.
Das wiederum hat meine Studenten derart begeistert, dass sie die Maschendraht-Community gegründet haben. Unter der Federführung von Melanie Gottschalk und Ulrike Kleinau wurde praktisch über Nacht eine Community aus dem Boden gestampft, die sich für die Vernetzung von Schule, Forschung und Wirtschaft mit Hilfe von Web-2.0-Anwendungen einsetzt (unter anderem nach unserem Seminarmodell). Und der im Web dokumentierte Unterrichtsbesuch bei Jean-Pol hat ebenfalls derart große Wellen in den Communities geschlagen, sodass wir uns entschieden haben, am 9. Mai einen LdL-Tag in Ludwigsburg zu veranstalten. Hierzu haben wir wiederum eine Community ins Leben gerufen – wieder mit durchschlagendem Erfolg. Wer an diesen Communities interessiert ist, der ist herzlich eingeladen, sich bei http://maschendraht.mixxt.de und bei http://ldl.mixxt.de anzumelden und
einfach mitzumachen!
(Auszug aus einem FavoBlogs-Artikel)
Jetzt seid ihr geplättet, oder? :beten:
Aber nochmal zurück zu meinen Erfahrungen:
Was hat mir mein Netzwerk, das täglich weiter wächst, bisher gebracht?
Nun, ich habe viele, wirklich viele, nette und interessante Menschen kennengelernt. Ich habe mich und meine Erfahrungen eingebracht, habe selbst Meinungen und Erfahrungen von anderen Personen erhalten, habe mich ausgetauscht, Wissen verknüpft, Neues gelernt, Wissen an andere in meinem Netzwerk weitergegeben etc. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Aber die beste Erfahrung ist noch immer Menschen aus dem eigenen Netzwerk im realen Leben kennenzulernen und zu treffen, wie es Monat für Monat beim saarländischen Twitterstammtisch geschieht. Das ist wirklich eine tolle und spannende Sache!
Jetzt stellt sich für euch vielleicht die Frage
Auf was will Andreas mit diesem Beitrag hinweisen?
Nun, ich finde der Titel spricht für sich:
Vernetzt euch!
Um dies zu tun gibt es bzw. gab es einige tolle Aktionen. Zum Einen die Aktion “Ein ♥ für Blogs” von Kai Müller (stylespion.de), der damit am 21.04.09 die Blogosphäre zur Vernetzung aufgerufen hat. Ich fand die Aktion richtig klasse!
Drei weitere Aktionen könnt ihr auch in diesem Blog finden.
Wenn ihr selbst bloggt, dann scheut euch nicht davor eure Lieblingsblogs vorzustellen und über andere Blogger zu berichten. Nur so kann die Vernetzung innerhalb der Blogosphäre vorangetrieben werden oder erlaubt Gastbeiträge von anderen Bloggern in eurem Blog. Ich persönlich denke derzeit über diese Option nach. Weitere Möglichkeiten findet ihr in einem tollen Beitrag von Bloxxo zum Thema “Vernetzung in der Blogosphäre verbessern“.
Oder besitzt ihr kein Blog, wollt aber ein Sprachrohr ins Internet? Dann schaut einmal bei offene-plattform.de vorbei! Dort können all diejenigen Internetuser bloggen, die selbst kein Blog besitzen. Finde ich auch eine richtig tolle Aktion!
Ansonsten kann ich euch nur noch mit auf den Weg geben:
Baut euch euer eigenes Netzwerk auf, pflegt es und baut es immer weiter aus. Nutzt dazu Dienste wie Twitter, Blogs etc.
Ich werde auch weiterhin über weitere Vernetzungsmethoden (Gastbeiträge, erweiterte Blogroll usw.) nachdenken und sicherlich auch einige dieser Möglichkeiten hier im Blog umsetzen.
Liebe Grüße,
euer Andreas


